Du meine Seele singe

Reinhard Börner ist ein Virtuose auf der Gitarre. Allein mit diesem Instrument hat er bereits drei Alben in einer losen Serie veröffentlicht: "Choräle auf sechs Saiten". Dem Instrumentalisten aus Bayern - gleichzeitig Mitglied beim Liedermacherprojekt 'Saitenwind' - ist es ein Anliegen Choräle und Klassiker des neuen geistlichen Liedguts auf diese Weise einem neuen Hörerkreis zu erschließen. Im Booklet schreibt er dazu: »Wenn ich den Melodien Raum gebe, fühle ich eine Quelle in mir entspringen. Lebendiges Wasser für die Seele; ein Geschenk, das ich mit anderen teilen möchte.«

Die vorliegende vierte Folge ist untertitelt mit "du meine Seele singe". Somit wird das Anliegen von Reinhard Börner deutlich: Die Anbetung Gottes mit der Musik. Wenn man die bekannten und weniger bekannten Melodien hört, wird man unweigerlich mit hineingenommen in den Geist dieser Lieder, welche Lob und Anbetung für den Herrn ausdrücken. Der Förderpreisträger der Hanns-Seidel-Stiftung hat hier 15 neue Titel frisch eingespielt, plus zwei sehr gelungene Medleys. Sein Stil ist mal klassisch, mal beschwingt; er reicht von Klassik, über Blues bis hin zu Swing, Ragtime und leichten Country-Elementen. All das wurde puristisch ausschließlich mit der Gitarre aufgenommen und trotzdem - oder gerade deshalb?! - ist es erstaunlich, wie dieses Album Leben entfaltet. Diese Musik führt wirklich zur Besinnung und deutet auf eine zurückhaltende Art und Weise auf den Schöpfer aller Dinge hin und gibt Ihm Ehre durch das Geschenk der Musik.

Enthaltene Lieder sind neben dem Titelstück von Paul Gerhardt unter anderem "die Güte des Herrn", "ich lobe meinen Gott", "wie ein Hirsch", "von guten Mächten" oder auch "oh, dass ich tausend Zungen hätte", "Jesus ist kommen" und "Sonne der Gerechtigkeit" (u.v.a.m.!). Gelungen ist diese Zusammenstellung allemahl, bietet sie doch ein ausgeglichenes Nebeneinander von Barock bis in die Gegenwart hinein. Womit auch deutlich wird, welche Schätze geistlicher Melodien wir immer wieder heben können. Danke an den Interpret für diese Erinnerung und Würdigung. Allen Freunden einzigartiger Gitarreninstrumentalmusik sei das Werk wärmstens empfohlen!

David Decker für CCM-Rezis, Dezember 2004