Nachdenkliches auf sechs Saiten

Der Gitarrist Reinhard Börner konzertierte in der Kirche von Untereßfeld

Zu einem Konzert mit dem Gitarristen und Liedermacher Reinhard Börner hatte die Kirchengemeinde Untereßfeld in die Pfarrkirche eingeladen. Zahlreiche Besucher warteten gespannt auf den mittlerweile durch viele Auftritte bekannten Musiker, für den die Musik nach eigener Aussage eine Quelle der Kraft und Inspiration ist. Die möchte er gerne an andere weitergeben.
In dem stimmungsvollen Kirchenraum gelang es Börner sehr rasch, eine ansprechende Atmosphäre zu schaffen, die die Zuhörer mit nahm, sie zum Nachdenken anregte, beschwingt und zuversichtlich machte. Seit seiner Kindheit liebt Reinhard Börner Choräle, erzählt er freimütig, aber weil er sich in den Gottesdiensten damals oft langweilte, beschloss er schon frühzeitig, die alten Meister ein wenig aufzubereiten. Dabei geht er durchaus respektvoll mit dem Liedgut um, er bringt aber gerne ein wenig Tempo in die alten Weisen oder schlägt auch einmal kräftige Akkorde wie bei Luthers Choral von der festen Burg.

Aber auch die sanfte lyrische Interpretation liegt ihm, für die sich auch sein melodischer Bariton gut eignet. Einer seiner Lieblingskomponisten ist Paul Gerhard. Immer wieder bringt er dessen Choräle auf seine Art zu Gehör, verändert mal hier und da den Text ein wenig, um einen aktuellen Bezug herzustellen. Auch Ohrwürmer wie ?The Morning has broken? gehören zu seinem Repertoire, und weil er spürt, dass die Zuhörer oft versucht sind, mal leise mitzusummen, lädt er sie auch ganz direkt zum Mitsingen wenigstens des Refrains ein. Gerne lässt er sie auch raten, ob sie ein bekanntes Lied, das er auf seine Weise bearbeitet hat, erkennen.
Immer hält er so Zwiesprache mit seinem Publikum, plaudert aus seinem Leben und liebt es dabei auch, kleine Anekdoten einzustreuen, die die Leute zum Lachen bringen. Mit Vorliebe benutzt er Zeichen wie den Regenbogen, die Mauern von Jericho oder auch Lautmalerei, wenn es darum geht das Murmeln einer Quelle auf seiner Gitarre lebendig werden zu lassen. Friede und Gerechtigkeit sind ihm ein Anliegen, das Vertrauen in Gott und die Erkenntnis, dass man im Jetzt leben sollte. Diese Überzeugung vermittelt er auch in seinen eigenen Texten. Alles passt inhaltlich perfekt und völlig konfessionsübergreifend in eine Kirche. Immer wieder klatschen die Besucher spontan, für Börner ist dieser Applaus, wie er gerne zugibt, eine wichtige Reaktion. Beweist sie ihm doch, dass seine Botschaft bei den Zuhörern gut angekommen ist.
Wer mehr über den Liedersänger und Gitarristen erfahren will, findet viele Informationen auf seiner Homepage unter www.reinhard-boerner.de.